„Gegen das Vergessen“

(Reit) Am 09. November 2018 fand im ganzen Stadtgebiet eine Reihe von Veranstaltungen zum Gedenken an den 80. Jahrestag der Reichspogromnacht statt. Die Joseph-von-Fraunhofer-Schule wirkte dabei aktiv an der Gedenkfeier des Haderner Bezirksausschusses mit.

Bereits im Vorfeld hatte sich die Klasse 9e im Kunstunterricht mit der Thematik auseinandergesetzt und unter Leitung ihrer Kunstlehrerin die Veranstaltungsplakate gestaltet. Die Neigungsgruppe Musik, bestehend aus Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Klassen des Gebundenen Ganztags, studierte mit ihrem Musiklehrer jiddische Lieder ein, die sie während der Gedenkfeier vortrug.

Zu Beginn der Veranstaltung, die im Freien vor dem Bürgerzentrum Hadern stattfand, stellte  der stellvertretende Bezirksratsvorsitzende in seiner Begrüßung Bezüge zu aktuellen antisemitischen Ausschreitungen her, weshalb das Erinnern an die Zeit vor 80 Jahren noch wichtiger geworden sei. Einführende Worte sprach auch Frau Hoffmann, die als Mitglied des Bezirksrats die Organisation und die Moderation übernommen hatte. Während der Gedenkfeier wurde ein thematischer Bogen von der Ausrufung der Republik im November 1918 durch den ehemaligen Haderner Bürger Kurt Eisner, über den anwachsenden Antisemitismus in der Weimarer Republik bis hin zum planmäßigen Antisemitismus während der Zeit des Dritten Reiches gespannt. Die verschiedenen Stufen der Entwicklung des Antisemitismus nach der Machtergreifung im Januar 1933 präsentierten Schülerinnen und Schüler der Klasse 10b anhand selbsterstellter Plakate. Als negativen Höhepunkt stellten sie die Wannseekonferenz im Januar 1942 heraus, auf der die völlige Vernichtung der jüdischen Bevölkerung geplant worden war. Im Anschluss gab Frau Ursula Saabel, ein Mitglied des Geschichtsvereins Hadern, den acht deportierten Bürgerinnen und Bürgern aus Hadern ein Gesicht, indem sie deren Biografien kurz vorstellte. Mit der Verlesung der Namen, dem Entzünden einer Kerze für jede einzelne Person auf einer Menora und dem Vortrag des Kaddisch, des jüdischen Totengebets, wurde die Veranstaltung in aller Stille beendet.

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