Ein Zeitzeuge erzählt

(Reit) „Ich hatte großen Respekt vor ihm und vor dem, was er durchgemacht hat.“ So äußerte sich eine Schülerin der 9. Klasse, die am Montag, den 20.Juli 2015, unter den Zuhörern beim Zeitzeugengespräch mit Abba Naor, einem Überlebenden des Holocaust, war.

Dieser folgte im Schuljahr 2014/15 bereits zum zweiten Mal der Einladung an die Joseph-von-Fraunhofer-Schule und ermöglichte ca. 150 Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe Einblicke in seine Lebensgeschichte. Eine Geschichte, die aufgrund des Einmarsches deutscher Soldaten in Litauen von frühester Kindheit an von den grausamen Maßnahmen des NS-Regimes gegenüber der jüdischen Bevölkerung geprägt war. In einem 90-minütigen Vortrag ging er auf die verschiedenen Stufen der Verfolgung ein und beschrieb dabei ganz besonders den täglichen Überlebenskampf in den Konzentrationslagern, die er durchlaufen hatte. Dass dabei jegliche Menschlichkeit verloren ging, zeigte er unter anderem am Beispiel eines Lageraufsehers, der tagsüber Juden willkürlichen Gewalttaten aussetzte und abends völlig friedlich mit seiner Familie am Esstisch sitzen konnte.

Auf die Frage, welche Botschaft der Zeitzeuge an die Zuhörerschaft richtete, antwortete eine Schülerin: „Man soll aufpassen, dass das Ganze nicht mehr passiert. Mit einem Blick in die Vergangenheit kann man die Zukunft auch positiv gestalten.“ Treffender könnte die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen nicht beschrieben werden. Nur dadurch, dass wir niemals vergessen, was in den zwölf Jahren der NS-Diktatur geschehen ist, schaffen wir ein Bewusstsein für die herausragende Stellung demokratischer Werte in unserer Gesellschaft.

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