Teilnahme am Schreibwettbewerb „Schöne deutsche Sprache“

(Öz) Der ehemalige Schüler, Michael Adelkirchner (10a), nahm im vergangenen Schuljahr am Schreibwettbewerb der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft zu Köthen / Anhalt teil.

Die Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen / Anhalt hat gemeinsam mit der Theo-Münch-Stiftung für die Deutsche Sprache den Schreibwettbewerb 2015  zum Thema „Wenn Oma und Opa erzählen“ ausgeschrieben. Ziel des Wettbewerbs war es, Schülerinnen und Schüler bundesweit dafür zu begeistern, ihre Sprache kreativ einzusetzen und selbst literarische Texte zu verfassen. Die literarische Form war dabei frei wählbar: z. B. Gedichte, Geschichten, Märchen, Fabeln, Essays oder dramatische Umsetzungen. Auch inhaltlich waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Die Arbeiten sollten einen schöpferischen, kreativen und sicheren Umgang mit der deutschen Sprache widerspiegeln. Neben inhaltlicher Originalität und Stilsicherheit war auch die normgerechte Orthografie ein Bewertungskriterium.

Mit seinem Beitrag „Allerliebste Wallburga“ bewies Michael, dass Sprache und Sprachpflege für unsere Schule keine Fremdwörter sind. Als betreuende Lehrkraft danke ich Michael für seinen Beitrag und gratuliere herzlich zur Urkunde. Für seine literarische Zukunft wünsche ich ihm weitere kreative Einfälle.

 

 

 

Letzter Gruß

 

Allerliebste Walburga,

An der blut´gen Walstatt,

allda, wo dunkler Todesdrang,

den stillen Frieden verdrängt hat,

weile ich nun allzu lang.

 

Liebste Walburga, zu dir will ich zurück,

denn nur umschlungen von deinen Armen,

verspür ich seligstes Glück.

 

Verhüllt in Dunkelheit, war mein Leben,

erfüllt mit Einsamkeit, war all mein Streben,

ohne Sinn war meine Welt,

 bevor dein Licht, gleich einem goldenen Faden,

welcher aus den dichten Wolken bricht,

meine dunkle Brust erhellt.

 

Doch nun lebt die wahrhaft´ge Liebe,

und glüht mit heißer Empfindung,

und strebt mit innigstem Triebe,

nach der Ewigkeit,

und so blüht sie ewiglich mit kräft´ger Bindung.

 

Deine edlen Haare hängen,

still und stumm,

gleich einem prächt´gen Schleier,

um dein holdes Haupt herum.

 

Ach, Locke um Locke,

umgibt dein holdes Angesicht,

 gleich den wilden Rosen am schmalen Stocke,

welche windend nach dem hellen Sonnenlicht,

sich drängen.

 

Nur durch deinen zarten Odem,

welcher gleich der Lindenblüte edler Duft,

dir im Busen schwillt,

ist meine Luft,

mit Lieb´ und Freud´ erfüllt.

 

Dem stärksten Held,

ist die Walstatt eine heil´ge Stätte,

doch ich schreit aus dieser Welt,

als ob ich dich nie verlassen hätte.

 

Sieh, oh siehe hier,

mehr Tränen als Tinte erreichte dies Papier,

 ach, für uns beide weinte ich,

drum wein´, oh weine nicht

um meinetwillen,

lass deines Herzens inniges Sehnen,

durch stille Andacht, und durch meine Tränen

auf ewig stillen.

 

In seligster Liebe

Dein Johann

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